2026-10-06
climateknxets

Einfacher Hygrostat mit KNX: ein freier Thermostat im Panel statt eines eigenen Geräts

Ein Befeuchter braucht einen Hygrostaten: etwas, das ihn bei trockener Luft einschaltet und wieder ausschaltet, sobald die Feuchte erreicht ist. Ein eigener KNX-Hygrostat ist ein weiteres Gerät an der Wand oder im Verteiler und eine weitere Position im Angebot.

Oft geht es auch ohne. KNX-Bediengeräte und Sensoren haben meist eingebaute Thermostate, und nicht alle davon sind belegt. Dem Thermostat ist egal, was er regelt: Er vergleicht eine Zahl mit dem Sollwert und schaltet einen Ausgang ein oder aus. Bekommt er statt der Temperatur die Feuchte, wird er zum Hygrostaten.

Im Folgenden zeigen wir, wie das in einer 72-m²-Wohnung mit fünf Klimazonen umgesetzt ist. In jeder Zone hängt ein Zennio Z35 v2 mit eingebautem Feuchtesensor, und ein Befeuchter wird über ein Relais des Aktors Zennio MAXinBOX 24 v2 geschaltet. Wir zeigen eine Zone, die anderen vier sind genauso eingerichtet.

Was es leisten soll

  • Feuchte unter dem Sollwert — der Befeuchter läuft. Sollwert erreicht — er stoppt.
  • Das Panel zeigt die aktuelle Feuchte. Der Sollwert lässt sich ändern und die Befeuchtung ganz abschalten.
  • Das Panel zeigt, ob der Befeuchter gerade läuft.
  • Das Relais klackt nicht alle paar Minuten.

Warum ein Thermostat das kann

Ein Thermostat im Modus „Heizen“ arbeitet einfach: Wert unter dem Sollwert — Ausgang ein, darüber — aus. Ein Befeuchter ist für die Feuchte, was die Heizung für die Temperatur ist: einschalten, und der Wert steigt. Der Modus „Heizen“ ist also genau der Hygrostat-Modus.

KNX überträgt Temperatur und Feuchte im selben Format, als 2-Byte-Gleitkommazahl (DPT 9). Für den Thermostat sind 40 % Feuchte und 40 °C dieselbe Zahl 40. Dass es Prozent sind, muss er nicht wissen.

Feuchtesensorim Z35-Panel eingebautThermostat 2Modus „Heizen“, 40 %AktorkanalMAXinBOX 24BefeuchterEingang EIN/AUS5/0/18Feuchte, %5/0/19ein / auspotenzialfreier KontaktRaumfeuchte steigtDer ganze Kreis schließt sich auf dem KNX-Bus: kein Controller beteiligt
Das Panel misst die Feuchte und entscheidet, wann der Befeuchter einschaltet. Steigt die Feuchte auf den Sollwert, sieht das Panel das und schaltet ihn wieder aus.

Sieben Gruppenadressen

Der Hygrostat braucht sieben Adressen: Befehl und Status für Ein/Aus, Befehl und Status für den Sollwert, die Feuchte, den Befehl an den Aktorkanal und dessen Status.

ETS: Gruppenadressen des Hygrostaten 5/0/14…5/0/20
AdresseInhaltSenderEmpfänger
5/0/14 HT AciveBefeuchtung ein/ausFeld K5 im DisplayThermostat 2: Ein/Aus
5/0/15 HT Acive StStatus ein/ausThermostat 2Feld K5
5/0/16 HT SetPointSollwert, %Feld K7Thermostat 2: Sollwert
5/0/17 HT SetPoint StSollwertstatusThermostat 2Feld K7
5/0/18 HT HumidityFeuchte, %Feuchtesensor des PanelsThermostat 2 und Feld K6
5/0/19 HT ZoneBefehl an den BefeuchterThermostat 2Aktorkanal
5/0/20 HT Zone StBefeuchter läuftAktorkanalFeld K8

Schritt 1. Der Feuchtesensor

Im Z35 v2 ist der Feuchtesensor eingebaut. Seine Parameter stehen auf der Seite „Feuchte → Konfiguration“. Die Screenshots stammen aus einer russischen ETS, deshalb nennen die Tabellen die Parameter auf Deutsch.

ETS: Seite Feuchte des Z35 v2 — Kalibrierung −12 %, Zyklus 60 s, bei Änderung 2 %
ParameterWertWozu
Kalibrierung des Feuchtesensors−12 %Mit einem Hygrometer verglichen: Das Panel zeigte 12 % zu viel. Ohne Korrektur würde der Befeuchter zu früh aufhören
Sendezyklus Feuchte60 sDer Thermostat bekommt jede Minute einen frischen Wert, auch wenn sich die Feuchte nicht ändert — etwa nach einem Neustart
Senden bei Feuchteänderung2 %Eine spürbare Änderung geht sofort raus, ohne auf den Zyklus zu warten
Schutz (Feuchte)NeinSchwellwertalarme braucht es nicht: Geregelt wird im Thermostat
Taupunkt600 s, bei 1 °C ÄnderungFür den Hygrostaten nicht nötig

Schritt 2. Ein Thermostat als Hygrostat

Der Z35 v2 hat zwei Thermostate. Der erste regelt die Raumtemperatur, der zweite ist frei — ihn machen wir zum Hygrostaten. Die ETS beschriftet den Sollwert in °C, aber das ist nur eine Beschriftung: Der Thermostat arbeitet mit einer Zahl.

Thermostat 2 → Konfiguration

ETS: Konfiguration von Thermostat 2 — Heizen, Basis, Anfangssollwert 40, Temperaturquelle 1
ParameterWertWozu
ThermostatfunktionHeizenDer Ausgang schaltet ein, wenn der Wert unter dem Sollwert liegt — genau das braucht ein Befeuchter
Anzahl HeizsystemeEin SystemEin Befeuchter, ein Ausgang
ThermostattypBasisEin Sollwert, ohne Komfort-, Standby- und Schutzbetrieb
Anfangssollwert40Nach dem Download startet der Thermostat mit 40 %
ReferenztemperaturTemperaturquelle 1Der Thermostat nimmt den Wert von einem externen Objekt statt von seinem eigenen Temperatursensor. Hier kommt die Feuchte an
Thermostat immer eingeschaltet?NeinEs gibt ein Ein/Aus-Objekt, die Befeuchtung lässt sich am Panel abschalten
StartverhaltenLetzter (vor Busausfall)Nach einem Busspannungsausfall stellt der Thermostat Sollwert und Ein/Aus wieder her

[System 1] Heizregelung

ETS: System 1 von Thermostat 2 — 2-Punkt-Regelung, untere Hysterese 30, obere 10
ParameterWertWozu
Regelungsart2-Punkt-RegelungEin Befeuchter kann nur ein- und ausschalten, eine stetige PI-Regelung bringt ihm nichts
Untere Hysterese30 × 0,1 = 3 %Einschalten, wenn die Feuchte unter 40 − 3 = 37 % fällt
Obere Hysterese10 × 0,1 = 1 %Ausschalten bei 40 + 1 = 41 %
Zyklisches Senden0Der Befehl geht nur beim Umschalten raus

So entsteht ein Band von 37 bis 41 %. Die untere Hysterese ist breiter als die obere: Der Befeuchter startet seltener und läuft dafür länger, und das Relais klackt nicht bei jeder kleinen Feuchteschwankung.

35 %37 %39 %41 %43 %41 % — aus (40 + 1)40 % — Sollwert37 % — ein (40 − 3)RaumfeuchteBefeuchterBefeuchter läuftZeit →
Zwischen den Schwellen ändert sich nichts: Lief der Befeuchter, läuft er weiter; stand er, bleibt er stehen.

Objekte von Thermostat und Sensor

ETS: Objekte von Thermostat 2 und Feuchtesensor des Panels mit ihren Gruppenadressen
ObjektAdresse
1206 [T2] Temperaturquelle 15/0/18 HT Humidity — hier kommt die Feuchte an
1217 [T2] Sollwert5/0/16 HT SetPoint
1220 [T2] Sollwertstatus5/0/17 HT SetPoint St
1226 [T2] Ein/Aus5/0/14 HT Acive
1227 [T2] Status Ein/Aus5/0/15 HT Acive St
1235 [T2] [C1] Stellgröße (Heizen)5/0/19 HT Zone — Befehl an den Aktorkanal
1245 [Feuchte] Aktuelle Feuchte5/0/18 HT Humidity — von hier geht die Feuchte auf den Bus

Die Adresse 5/0/18 hat den Typ DPT 9.007 (Feuchte), das Objekt „Temperaturquelle 1“ dagegen DPT 9.001 (Temperatur). Die ETS lässt die Verknüpfung zu, weil beide Objekte zwei Byte im selben Format sind. Zwei Objekte hören auf die Adresse — der Thermostat und Feld K6 im Display —, deshalb zeigt sie drei Verknüpfungen.

Schritt 3. Relais und Befeuchter

Der Befeuchter hängt mit seinem EIN/AUS-Steuereingang am Relais, als potenzialfreier Kontakt. Seine Versorgung bleibt immer an, das Relais gibt ihn nur frei oder sperrt ihn. So schaltet das Relais keine Last, und der Befeuchter fährt selbst sauber hoch und herunter.

ETS: Ausgang J19 des Aktors MAXinBOX 24 v2 — Schließer, ohne Zeitfunktionen und Szenen
ParameterWertWozu
TypSchließer (normal offen)Der Kontakt schließt bei einer 1, der Befeuchter läuft
Zeitfunktionen, Szenen, AlarmeausNicht nötig: Den Ausgang steuert der Thermostat
Verhalten bei Sperre und bei BusausfallKeine ÄnderungDer Ausgang bleibt, wie er war

Objekte des Relais

Ausgang J19 bekommt den Befehl von 5/0/19 und sendet seinen Status an 5/0/20. Die anderen vier Zonen funktionieren genauso über die Ausgänge J20, K21, K22 und L23, jede Zone mit eigener Adressgruppe.

ETS: Objekte der Aktorausgänge 19–23 — Befehle und Status der Befeuchter in fünf Zonen

Schritt 4. Die Oberfläche am Panel

Zum Z35 v2 selbst noch ein Wort. Seine Seiten bestehen aus Feldern, und jedem Feld lässt sich eine eigene Funktion zuweisen — Taste, Anzeige, Zahlenfeld, Aufzählung — und eine eigene Beschriftung. So lässt sich am Panel eine Oberfläche für fast alles bauen, nicht nur für Licht und Klima.

Für den Befeuchter haben vier Felder gereicht.

ETS: Objekte der Panelfelder K5–K8 mit den Adressen des Hygrostaten
FeldFunktionAdressen
K5Schalten „0/1“ mit Anzeige: Befeuchtung ein und aus→ 5/0/14, ← 5/0/15
K62-Byte-Anzeige: aktuelle Feuchte← 5/0/18
K72-Byte-Steuerung mit Anzeige: Sollwert→ 5/0/16, ← 5/0/17
K8Binäre Anzeige: Befeuchter läuft← 5/0/20

Was im Betrieb passiert

Die Tabelle taugt zugleich als Prüfplan mit dem Gruppenmonitor der ETS.

SituationWas auf den Bus gehtErgebnis
Feuchte fällt unter 37 %Sensor: 36,5 auf 5/0/18. Thermostat: 1 auf 5/0/19Das Relais schließt, der Befeuchter läuft. Das Relais sendet 1 an 5/0/20, die Anzeige am Panel leuchtet
Feuchte erreicht 41 %Thermostat: 0 auf 5/0/19Der Befeuchter stoppt, die Anzeige erlischt
Feuchte zwischen 37 und 41 %Nur FeuchtewerteNichts schaltet
Bewohner hebt den Sollwert auf 45 %Panel: 45 auf 5/0/16. Thermostat: 45 auf 5/0/17Die Einschaltschwelle liegt jetzt bei 42 %. Liegt die Feuchte darunter, startet der Befeuchter
Bewohner schaltet die Befeuchtung abPanel: 0 auf 5/0/14. Thermostat: 0 auf 5/0/15Der Thermostat ist aus und startet den Befeuchter nicht
Busspannung weg und wieder daDer Sensor sendet die Feuchte innerhalb einer MinuteDer Thermostat stellt Sollwert und Ein/Aus wieder her

Worauf man achten sollte

  • Kalibrierung. Den Panelsensor mit einem Hygrometer vergleichen, bevor man den Sollwert wählt. Der Sensor misst die Luft an der Wand, an der das Panel hängt, und kann spürbar von der tatsächlichen Feuchte abweichen.
  • Der eigene Hygrostat des Befeuchters. Falls vorhanden, höher einstellen als den KNX-Sollwert. Sonst stoppt der Befeuchter, bevor der Thermostat es will.
  • Standort des Befeuchters. Nicht neben das Panel stellen: Ein Strahl feuchter Luft auf den Sensor schaltet den Befeuchter ab, bevor der ganze Raum die Feuchte erreicht hat.
  • Busausfall. Mit „Keine Änderung“ bleibt der Relaisausgang, wie er war: Lief der Befeuchter, läuft er weiter. Ist das unerwünscht, den Ausgang auf Ausschalten stellen.
  • Beschriftungen in der ETS. Sollwert und Hysterese sind in °C beschriftet. Das ist kein Fehler, der Thermostat arbeitet einfach mit einer Zahl.

Checkliste für die Inbetriebnahme

  • Feuchtesensor mit Hygrometer verglichen, Kalibrierung eingetragen
  • Sendezyklus der Feuchte gesetzt (hier 60 s)
  • Thermostat 2: Heizen, Basis, Temperaturquelle 1, „Thermostat immer eingeschaltet?“ — Nein
  • 2-Punkt-Regelung: 3 % unten, 1 % oben
  • Feuchte mit der Temperaturquelle des Thermostats und der Anzeige im Display verknüpft
  • Stellgröße mit dem Relaisausgang verknüpft, Relaisstatus mit der Anzeige
  • Im Gruppenmonitor: Der Befeuchter startet unter 37 % und stoppt bei 41 %
  • Befeuchtung bei laufendem Befeuchter abgeschaltet: 0 auf 5/0/19, der Befeuchter hat gestoppt
  • Busspannung aus- und eingeschaltet: Sollwert und Ein/Aus bleiben erhalten

Wenn das nicht reicht

Ein freier Thermostat ergibt einen einfachen Hygrostaten: an, wenn es trocken ist, aus, wenn es reicht. Soll die Befeuchtung weitere Dinge berücksichtigen — Lüften, die Klimaanlage, einen Nachtbetrieb —, gehört diese Logik besser in einen Controller. In derselben Wohnung laufen so die Klimageräte: Sie steuert ein Wiren Board, die Befeuchtung kommt ohne ihn aus.

Das Projekt mit 72 m²: fünf Klimazonen mit Z35-PanelsZweileiter-Klimasysteme: alle Betriebsarten behaltenKNX-Programmierung als Leistung

Festpreisangebot anfordern

Angebot anfordern