WohnungKNXDALI

67 m², 362 Gruppenadressen — darunter ein Lüftungsgerät, das kein KNX spricht

Fläche
67 m²Fläche
KNX-Geräte
29KNX-Geräte
Gruppenadressen
362Gruppenadressen
davon benannt
100 %davon benannt

Überblick

Eine Stadtwohnung von 67 m², übergeben 2024 nach einem Jahr Bauzeit. Beleuchtung über DALI und Schaltaktoren, Ansteuerung der Gebläsekonvektoren, drei Klimageräte, Beschattung, Multiroom-Audio auf RTI und ein Breezart-Lüftungsgerät. Dichte Automation auf kleiner Fläche: 362 Gruppenadressen auf 29 Geräten.

Herausforderung

Das Lüftungsgerät ist ein Breezart, und ein Breezart hat keine KNX-Schnittstelle. In den meisten Projekten endet das Gespräch an dieser Stelle: Das Gerät behält sein eigenes Bedienteil, der Kunde lernt zwei Oberflächen statt einer, und die Lüftung bleibt außerhalb jeder Szene in der Wohnung.

Das ist die alltägliche Form von Vendor-Lock-in — keine Vertragsklausel, sondern ein Gerät, das mit nichts spricht und den Rest der Anlage still dazu zwingt, um es herum zu arbeiten.

Die zweite Einschränkung ist der Platz. Siebenundsechzig Quadratmeter lassen keinen Raum für einen zweiten Schaltschrank — DALI-Gateway, Aktoren und Controller müssen in den vorhandenen passen.

Lösung

Das Breezart wird über unseren eigenen Automationscontroller von einem KNX-Wandpanel aus gefahren. Der Controller spricht auf der einen Seite das Protokoll des Geräts und auf der anderen KNX — übersetzt wird genau einmal, an genau einer Stelle. Auf dem Panel ist die Lüftung ein weiterer Satz Gruppenobjekte, in der Bedienung nicht von Licht oder Klima zu unterscheiden.

Der Nutzer bekommt, worauf es im Alltag ankommt — ein, aus, Stufe, Sollwert und Gerätestatus —, und damit kann die Lüftung an Szenen teilnehmen. Außer Reichweite bleiben die tieferen Serviceparameter des Geräts; die bleiben in der Herstelleroberfläche, wo sie hingehören.

Die Beleuchtung läuft teils über DALI und ein Gateway, teils über Schaltaktoren. DALI rechtfertigt sich dort, wo Leuchten adressierbares Dimmen und Diagnose brauchen; wo ein Kreis nur ein- und ausschalten muss, ist ein Relaiskanal günstiger und einfacher. Diese bewusste Mischung hält eine kleine Wohnung bezahlbar, ohne auf Steuerbarkeit zu verzichten.

Systeme und Technologien

KNXDALILightingClimateVentilationBlindsMultimedia

Eigenentwicklung

Breezart AHU integration

In Zahlen

Gruppenadressen
362Gruppenadressen
benannt, keine leer
100 %benannt, keine leer
KNX-Geräte
29KNX-Geräte
TP-Linie
1TP-Linie
Hersteller, einer ein DALI-Gateway
3Hersteller, einer ein DALI-Gateway

Projektdetails

Objekttyp
Wohnung
Fläche
67 m²
Inbetriebnahme
2024
Technologien
KNXDALI

Projekt besprechen

Ergebnis

Ein Panel bedient die ganze Wohnung, die Lüftung eingeschlossen — also genau das Gerät, das vom Bus aus nie erreichbar sein sollte.

Alle 362 Adressen sind benannt, in einer Wohnung genauso wie in einem Haus. Nicht die Größe des Objekts entscheidet darüber, ob der nächste Techniker das Projekt lesen kann.

Was offen bleibt

Neunundzwanzig Geräte liegen auf einer einzigen TP-Linie. Elektrisch ist das unkritisch, strukturell bleibt aber kaum Reserve: Jede nennenswerte Erweiterung bedeutet entweder eine zweite Linie mit Koppler oder die Inkaufnahme, dass eine Störung irgendwo eine Störung überall ist. In einer Wohnung ist das meist der richtige Handel — eine zweite Bauphase gibt es selten —, aber es ist ein Handel und kein Versehen.

Die Lüftung ist auf der Ebene der täglichen Bedienung eingebunden, nicht vollständig. Serviceparameter, Filterzähler und die geräteeigene Zeitsteuerung bleiben in der Herstelleroberfläche. Sie auf das Panel zu holen hieße, eine Übersetzung für Einstellungen zu pflegen, die man einmal im Jahr anfasst — Pflegeaufwand, den der Kunde besser nicht erbt.

Für dieses Objekt ist der Adressexport nicht veröffentlicht. Es ist klein genug, dass die Adressnamen unmittelbar Räume beschreiben, und genau solche Angaben stellen wir nicht online.

Leistungen, die dieses Projekt belegt