Warum Geräte einen eigenen Namen brauchen
Standardmäßig benennt die ETS ein Gerät nach seinem Modell. Im Beispielobjekt gibt es 67 Ekinex-Taster, und alle 67 hießen im Projekt „Pushbutton FF Serie“.
Den richtigen findet man dann nur über die physikalische Adresse, und die sagt nichts darüber, wo der Taster sitzt. Das stört in der Topologie, im Gruppenmonitor und bei der Diagnose: Ein Telegramm kam von 1.1.33 — aber was ist das, und wo?
Ein eigener Name löst das mit ein paar Sekunden Arbeit pro Gerät. Das Beispiel ist ein Landhaus: zwei Etagen, Außenbereich und Sommerküche, 142 Geräte und 2 002 Gruppenadressen.
| Physikalische Adresse | Standardname | Eigener Name |
|---|---|---|
| 1.1.33 | Pushbutton FF Serie | SW 1.22.2 |
| 1.1.34 | Pushbutton FF Serie | SW 1.22.3 |
| 1.1.64 | Intra-Sewi KNX TH-L-Pr | PIR 1.14.1 |
| 1.1.121 | RM 16 T | SH-1.1 |
| 1.1.131 | HM 12 T | VA-1 |
In der rechten Spalte sieht man sofort, was das Gerät ist und wo man es suchen muss. In der linken nur das Modell.
Die Formel für den Namen
Der Name eines Geräts im Raum besteht aus vier Teilen: Typ, Etage, Raum und Nummer des Geräts im Raum. SW 1.22.3 ist der dritte Taster in Raum 22 auf Etage 1.
Geräte im Verteiler gehören nicht zu einem Raum, sondern zu einer Linie: Typ, Liniennummer und laufende Nummer. SA-1.1 ist der erste Schaltaktor auf der Linie von Etage 1, SH-2.1 der erste Jalousieaktor auf der Linie von Etage 2.
| Präfix | Gerät | Beispiel |
|---|---|---|
| SW | Taster, Tastsensor | SW 1.22.3 |
| TP | Touchpanel | TP 1.06.1 |
| PIR | Bewegungs- oder Präsenzmelder | PIR 1.14.1 |
| SA | Schaltaktor (Switch Actuator) | SA-1.1 |
| SH | Jalousie- und Rollladenaktor (Shutter) | SH-1.1 |
| VA | Heizungsaktor für Stellantriebe (Valve) | VA-1 |
| DALI | DALI-Gateway | DALI-1 |
| BIN | Binäreingang (Binary input) | BIN-1 |
| AC | Klima-Gateway | AC-4.1 |
| LC | Linienkoppler (Line Coupler) | LC-4 |
| IP | IP-Schnittstelle | IP |
| Meteo | Wetterstation | Meteo-1 |
Präfixe in lateinischen Buchstaben und als englische Abkürzungen. So liest sich der Name in jeder Sprachversion der ETS gleich und geht beim Export nicht kaputt.
Woher die Raumnummer kommt
Raumnummer und Tasternummer im Namen sollten mit denen in den Plänen des Innenausbaus übereinstimmen. Dann sprechen Elektriker, Planer und Programmierer über denselben SW 1.22.3 und nicht über „den zweiten Taster links neben der Tür“.
Wie man dahin kommt, hängt davon ab, wer die Tasterbelegung zeichnet:
- Wir zeichnen sie selbst — dann nummerieren wir sofort nach dem Schema: Typ, Etage, Raum, Nummer.
- Der federführende Auftragnehmer zeichnet sie — wir bitten ihn vorab, die Taster genauso zu nummerieren. Das hilft allen, die später mit dem Projekt arbeiten.
- Der Auftragnehmer lehnt ab — wir bauen seine Nummerierung in unsere ein, setzen Etage und Raum aber trotzdem mit Punkt davor. Nummeriert er die Taster zum Beispiel fortlaufend pro Etage, wird sein zwölfter Taster in Raum 22 zu SW 1.22.12.
Die Raumnummer schreiben wir zweistellig: 1.06, nicht 1.6. Beim Sortieren nach Namen — in der ETS, im CSV-Export, in Excel — kann SW 1.10 ohne die Null vor SW 1.2 landen. Mit der Null läuft die Liste der Reihe nach: 1.01, 1.02 … 1.10.
Die Etagen folgen den Plänen: Hier ist Etage 1 das Erdgeschoss, die Ebene darunter bekommt die 0: SW 0.01.1.
Das Feld „Beschreibung“
Der Name beantwortet die Frage „was und wo“. Was man sonst noch auf einen Blick über das Gerät wissen muss und nicht in den Namen passt, steht im Feld „Beschreibung“.
Im Beispielobjekt sind alle 67 Taster dasselbe Ekinex-Modell, aber mit unterschiedlich vielen Tasten: 39 zweifach und 28 vierfach. In der ETS tragen sie denselben Produktnamen, daran lassen sie sich nicht unterscheiden. Deshalb steht bei jedem in der Beschreibung „2-х кл.“ oder „4-х кл.“ — russisch für zweifach und vierfach.

Die Beschreibung erscheint auch im Topologiebaum, in derselben Zeile wie Adresse und Name. Beim Parametrieren sieht man sofort, wie viele Tasten ein Taster hat, ohne seine Parameter zu öffnen.

Ein Plan für die physikalischen Adressen
Namen helfen im Projekt. Aber im Gruppenmonitor und in Fehlermeldungen sieht man oft nur die physikalische Adresse. Deshalb werden auch die Adressen nach System vergeben.
Eine Linie ist ein Bereich des Hauses:
| Linie | Bereich | Geräte |
|---|---|---|
| 1.1 | Etage 1 (Erdgeschoss) | 79 |
| 1.2 | Etage 2 | 56 |
| 1.3 | Außenbereich | 2 |
| 1.4 | Sommerküche (BBQ) | 5 |
Innerhalb der Linie hat jeder Gerätetyp seinen eigenen, vorab festgelegten Adressbereich:
| Bereich beginnt bei | Geräte | Auf Linie 1.1 |
|---|---|---|
| .0 | Linienkoppler | — (auf 1.2–1.4: 1.2.0, 1.3.0, 1.4.0) |
| .1 | Taster und Touchpanels (SW, TP) | 1.1.1–1.1.40 |
| .51 | Bewegungsmelder (PIR) | 1.1.51–1.1.65 |
| .101 | Schaltaktoren (SA) | 1.1.101–1.1.106 |
| .111 | DALI | 1.1.111 |
| .121 | Jalousieaktoren (SH) | 1.1.121–1.1.123 |
| .131 | Heizungsaktoren (VA) | 1.1.131–1.1.134 |
| .151 | Binäreingänge (BIN) | 1.1.151–1.1.154 |
| .160 | Klima-Gateway | 1.1.160 |
| .200 | Sensoren | 1.1.200–1.1.202 |
| .240 | IP-Schnittstelle | 1.1.240 |
| .250 | DALI-Gateway | 1.1.250 |
Jetzt lässt sich eine Adresse ohne Projekt lesen: 1.2.53 ist ein Bewegungsmelder auf Etage 2, 1.1.122 ein Jalousieaktor auf Etage 1.
Zwischen den Bereichen bleibt Reserve. Auf Etage 1 belegen Taster und Panels .1–.40, die Adressen .41–.50 sind frei. Ein später ergänzter Taster bekommt eine Adresse in seinem Bereich, und die Ordnung bleibt erhalten.
Die Bereiche wurden festgelegt, bevor das erste Gerät seine Adresse bekam. Mehr als 50 Taster auf einer Linie kommen in einem Einfamilienhaus oder einer Wohnung selten vor. Bei einem größeren Objekt kann man die Bereiche neu aufteilen oder den Tastern eine eigene Linie geben.
Dieselben Codes in den Gruppenadressen
Etagen- und Raumnummer funktionieren auch in den Namen der Gruppenadressen. Dann zeigt der Gruppenmonitor nicht nur, was geschaltet hat, sondern auch wo.
| Adresse | Name | Bedeutung |
|---|---|---|
| 2/0/3 | L 1.2.1a On/Off | Ein Lichtkanal in Raum 1.2 |
| 2/5/0 | GroupL 1.2.1(a-c) On/Off | Kanäle a, b und c mit einem Befehl |
| 2/6/1 | Light On/Off 1.2 Гардеробная при входе | Das ganze Licht im Raum (Garderobe am Eingang) |
| 4/0/1 | BL 1.7.1 Move | Jalousie in Raum 1.7 |
| 5/2/3 | CZ_106 SetPoint | Klima-Sollwert: Etage 1, Raum 06 |
| 10/0/1 | HF_101 Active | Fußbodenheizung: Etage 1, Raum 01 |
| 15/0/3 | Temp SW 1.02.1 | Temperatur vom Sensor im Taster SW 1.02.1 |
Die letzte Zeile ist ein eigener Kniff: Der Name einer Adresse mit Sensordaten enthält den Namen des Geräts, das sie sendet. Wirkt die Raumtemperatur seltsam, weiß man sofort, welchen Taster man prüfen muss.
Wie man die Bereiche der Gruppenadressen selbst aufteilt, steht im Artikel über die Struktur der Gruppenadressen.
Wie Sie 2 000 KNX-Gruppenadressen strukturierenWo das System bricht
Das Schema funktioniert, solange es überall eingehalten wird. Ein Name außerhalb der Regeln — und Filter oder Sortierung übersehen ihn. Meist passiert das so:
- Unterschiedliche Formate der Raumnummer — 1.06, 1.6 und 106 sind derselbe Raum, aber die Suche nach „1.06“ findet nur die erste Variante. Wählen Sie ein Format und halten Sie es bei Geräten und Gruppenadressen gleichermaßen ein.
- Mal mit, mal ohne Gerätenummer — legen Sie vorab fest, ob „.1“ dazukommt, wenn im Raum nur ein Taster sitzt. Sonst stehen im selben Projekt SW 1.24 und SW 1.21.1.
- Buchstaben aus einem anderen Alphabet — ein kyrillisches „с“ und ein lateinisches „c“ sehen gleich aus, sind für die Suche aber verschiedene Buchstaben. Und nach einem CSV-Import oder -Export in einer anderen Kodierung werden aus nicht-lateinischen Buchstaben Zeichen wie „СЃ“.
- Zwei Präfixe für einen Typ — heißen manche Koppler LC und andere LS, zeigt der Filter nach „LC“ nicht alle. Ein Typ, ein Präfix aus der Tabelle.
- Groß- und Kleinschreibung und überflüssige Zeichen — „Pir“ statt „PIR“, ein doppeltes Leerzeichen, ein zufälliges Zeichen am Ende des Namens. In der ETS fällt das kaum auf, aber im Export, in einem Skript oder in der Visualisierung passt so ein Name nicht mehr zu den anderen.
Checkliste
Vor Projektbeginn
- Das Namensschema ist abgestimmt: Typ, Etage, Raum, Nummer im Raum.
- Die Präfixtabelle steht: lateinische Buchstaben, ein Präfix pro Typ.
- Der Auftragnehmer, der die Tasterbelegung zeichnet, nummeriert nach diesem Schema — oder es ist klar, wie seine Nummern eingebaut werden.
- Ein Format für die Raumnummer ist gewählt — für Geräte und für Gruppenadressen.
- Die Linien sind nach Bereichen aufgeteilt, innerhalb der Linie hat jeder Typ seinen eigenen Adressbereich mit Reserve.
Während der Arbeit
- Jedes Gerät bekommt seinen Namen, sobald es im Projekt ist.
- In der „Beschreibung“ steht, was nicht im Namen steht, aber oft gebraucht wird (Anzahl der Tasten).
- Die Namen der Gruppenadressen nutzen dieselben Etagen- und Raumcodes; Sensordaten tragen den Namen des sendenden Geräts.
Vor der Übergabe
- Keine Geräte mehr mit Werksnamen.
- Keine nicht-lateinischen Buchstaben in Präfixen und Codes.
- Keine gemischte Groß- und Kleinschreibung, keine doppelten Leerzeichen und überflüssigen Zeichen.
- Die nach Namen sortierte Geräteliste läuft ohne Ausreißer nach Etagen und Räumen.