2026-10-01
knxetslightingsensors

Bewegungsmelder und Taster: das Zusammenspiel in der ETS einrichten

Stehen Bewegungsmelder und Taster im selben Raum und sind nicht aufeinander abgestimmt, kommen sie sich in die Quere. Der Melder schaltet ein Licht aus, das jemand von Hand eingeschaltet hat. Der Taster braucht zwei Betätigungen, weil er nicht weiß, dass der Melder das Licht schon eingeschaltet hat.

Die Lösung: Ein Tastenbefehl steuert zwei Dinge gleichzeitig – das Licht und die Sperre des Melders.

  • Am Taster eingeschaltet – das Licht bleibt an, der Melder pausiert und schaltet es nicht aus.
  • Am Taster ausgeschaltet – das Licht geht aus, der Melder arbeitet wieder selbstständig.
  • Der Taster kennt den Status der Leuchte – er weiß immer, ob das Licht brennt, und schaltet es mit dem ersten Druck aus.

Im Folgenden: wie das funktioniert und wie es in der ETS eingerichtet wird, am Beispiel des Melders Elsner Intra-Sewi KNX TH-L-Pr und des Tasters Basalte Sentido KNX. Zuerst die Grundkombination: ein Melder, ein Taster, ein LED-Band. Danach, was sich ergänzen lässt.

So erlebt es der Bewohner

Ein Bewegungsmelder reagiert auf bewegte Wärme, nicht auf den Menschen an sich. Wer still steht oder sitzt, ist für den Melder ein leerer Raum. Deshalb hat der Melder eine Nachlaufzeit und der Bewohner einen Handbetrieb am Taster.

  1. 1Raum betreten – das Licht geht von selbst an.
  2. 2Hinausgehen – das Licht geht aus, sobald der Melder für die Dauer der Nachlaufzeit keine Bewegung sieht.
  3. 3Das Licht soll anbleiben – am Taster einschalten. Es bleibt an, bis Sie es ausschalten.
  4. 4Am Taster ausgeschaltet – das Licht geht aus, der Melder überwacht den Raum wieder.
  5. 5Der Melder hat das Licht eingeschaltet und Sie drücken den Taster – das Licht geht mit dem ersten Druck aus. Ein zweiter Druck schaltet es im Handbetrieb ein.
AutomatikbetriebLicht ausMelder wartet auf BewegungLicht an durch Meldergeht nach der Nachlaufzeit ausLicht von Hand anMelder gesperrtBewegungkeine Bewegungoder Taster (0)Taster (1)Taster (0)
Aus dem Handbetrieb kehrt die Zone per Taster oder nach einem Stromausfall in die Automatik zurück.

Drei Gruppenadressen

Damit Taster und Bewegungsmelder als Paar arbeiten, genügen drei Gruppenadressen. Im Beispiel: LED-Band L30 an einem Dimmer, Melder PIR3 und der Taster am Eingang.

  1. 11/0/32 „L30 On/Off“ – schaltet die Lichtgruppe, hier das LED-Band. Verknüpft mit dem Dimmerkanal, an dem das Band hängt, und mit dem Ausgang des Bewegungsmelders.
  2. 21/5/4 „L30 On/Off Pir3“ – schaltet das Band vom Taster aus. Verknüpft mit der Taste, die das Licht steuert, mit dem Sperrobjekt des Melders und mit demselben Dimmerkanal.
  3. 31/1/32 „L30 On/Off St“ – Status des Dimmerkanals. Damit weiß der Taster, in welchem Zustand das Band ist und was er beim nächsten Druck senden soll. Verknüpft mit dem Statusobjekt des Dimmers und als zweite Adresse mit der Taste.
SendetGruppenadresseEmpfängtElsner-Melder36 Master 1: OutputBasalte-Taster19 sensor 2 – switchDimmer, Kanal L30On/Off (Status)1/0/32L30 On/Off1/5/4L30 On/Off Pir31/1/32L30 On/Off StDimmer, Kanal L30On/OffElsner-Melder41 Block (1 = gesperrt)Basalte-Taster19 switch — hört mit
Melder und Taster schreiben auf unterschiedliche Adressen. Die Adresse des Tasters geht sowohl auf das Licht als auch auf den Sperreingang des Melders, und der Status des Bands kommt zum Taster zurück.

Den Elsner-Melder Intra-Sewi in der ETS einrichten

Der Melder arbeitet im Modus Master: Er entscheidet selbst, ob Bewegung vorliegt, und sendet 1 oder 0 an das Licht. Der Befehl des Tasters kommt auf einem separaten Sperreingang an. Die Parameternamen entsprechen der ETS.

Seite Motion detector

ETS: Seite Motion detector des Elsner-Melders — Mode Master, Use Master 1
ParameterWertWarum
ModeMasterDer Melder steuert das Licht selbst. Im Modus Slave meldet er Bewegung nur an einen anderen Melder weiter
Use Master 1YesEin Ausgang für eine Lichtzone. Master 2–4 sind für Melder, die mehrere Zonen steuern
Use test objectNoIm Betrieb nicht genutzt

Seite Master 1

ETS: Seite Master 1 des Elsner-Melders — Ausgang, Verzögerungen und Sperre
ParameterWertWarum
Motion detectionalwaysDer Melder reagiert Tag und Nacht. Brightness-dependent reagiert nur unterhalb einer Helligkeitsschwelle
Output type1 bitEinfaches Ein und Aus
Output value in motion / without motion1 / 0Bewegung – Licht an, keine Bewegung – Licht aus
Output value when blocked0Nur wirksam, wenn bei Sperre Send value gewählt ist. Hier nicht genutzt
Delays can be set via objectsNoVerzögerungen sind in der ETS festgelegt und nicht über den Bus änderbar
start-up delay0 secDas Licht geht bei Bewegung sofort an
Switch-off delay10 secWird vor Ort durch Tests ermittelt, siehe Abschnitt zur Nachlaufzeit
Blocking time for motion detection after switch-off delay0Pause, in der der Melder nach dem Ausschalten nicht reagiert. Hier unnötig: Der Taster liegt außerhalb des Erfassungsbereichs
Transmission behaviouron changeEin Telegramm geht nur bei Zustandswechsel raus, ohne unnötigen Busverkehr
Use slave signalNoKeine Nebenstellen in dieser Zone
Use blockYesAktiviert den Sperreingang, auf dem der Befehl des Tasters ankommt
Analysis of the blocking object1: block, 0: releasePasst zum Taster: eingeschaltet – gesperrt, ausgeschaltet – freigegeben
Value prior to initial communication0Nach einem Stromausfall startet der Melder entsperrt, im Automatikbetrieb
on blockdo not transmit anythingDas Licht bleibt so, wie der Taster es geschaltet hat
on releaseas for transmission behaviourBei der Freigabe sendet der Melder nichts, erst beim nächsten Zustandswechsel

Objekte des Melders

ETS: Gruppenobjekte des Melders — Output und Block
ObjektVerknüpft mit
36 Master 1: Output1/0/32 „L30 On/Off“ – Licht vom Melder
41 Master 1: Block (1 = Blocking)1/5/4 „L30 On/Off Pir3“ – der Befehl vom Taster. Die übrigen Adressen im Screenshot sind „Alles aus“ und gemeinsame Taster, dazu unten mehr
42 Master 1: Central OffNicht genutzt

Den Basalte-Taster Sentido in der ETS einrichten

Die Taste ist als Dimmer konfiguriert: Ein kurzer Druck schaltet das Licht, ein langer ändert die Helligkeit. Entscheidend ist, dass das Schaltobjekt mit zwei Adressen verknüpft ist.

Seite General

ETS: Seite General des Basalte-Tasters — Configuration 4-fold
ParameterWertWarum
Configuration4-foldVier unabhängige Tasten
Thermostat logic, Scene controller, Timing logicdisableFür dieses Schema nicht nötig

Seite der Taste (Sensor 2)

ETS: Seite Sensor 2 — Function dim, toggle
ParameterWertWarum
FunctiondimKurzer Druck schaltet ein und aus, langer Druck dimmt
Time between short and long (x0.1s)20Ein Druck über 2 Sekunden gilt als lang
Action on short presstoggleJeder Druck wechselt den Zustand
Dim direction on long presstoggleLange Betätigungen dimmen abwechselnd heller und dunkler

Objekte der Taste

ETS: Gruppenobjekte des Tasters — sensor 2 – switch trägt zwei Adressen, 1/5/4 und 1/1/32
ObjektAdresseRolle der Adresse
19 sensor 2 – switch1/5/4 „L30 On/Off Pir3“Sendet: Licht + Sperre des Melders
1/1/32 „L30 On/Off St“Hört mit: tatsächlicher Zustand des Bands
20 sensor 2 – dim1/2/32Dimmen

In der ETS sendet ein Objekt nur auf die erste Adresse seiner Liste, auf alle weiteren hört es nur. Deshalb steht der Status an zweiter Stelle. Schaltet der Melder das Licht ein, sendet der Dimmer Status 1, der Taster übernimmt ihn, und der nächste Druck sendet 0. Dafür braucht das Objekt des Tasters das Flag S (Schreiben, in der englischen ETS W) und das Statusobjekt des Dimmers das Flag Ü (Übertragen, T).

Was auf dem Bus passiert

Jede Handlung des Bewohners ist ein Telegramm auf eine Adresse. Die Tabelle eignet sich als Prüfplan vor Ort mit dem Gruppenmonitor der ETS.

SituationTelegramm auf dem BusErgebnis
Jemand betritt den RaumMelder: 1 auf „L30 On/Off“Licht an
Jemand verlässt den RaumMelder: 0 auf „L30 On/Off“ nach der NachlaufzeitLicht aus
Licht aus, Taster gedrücktTaster: 1 auf „L30 On/Off Pir3“Licht an, Melder gesperrt und stumm
Licht per Taster an, erneut gedrücktTaster: 0 auf „L30 On/Off Pir3“Licht aus, Sperre aufgehoben, der Melder übernimmt wieder
Melder hat das Licht eingeschaltet, Taster gedrücktDer Taster hat bereits Status 1 aus „L30 On/Off St“ und sendet 0Licht aus mit dem ersten Druck
Stromausfall und Wiederkehr—Der Melder startet entsperrt: Value prior to initial communication = 0

Nachlaufzeit und Position des Tasters

Eine universelle Nachlaufzeit gibt es nicht. Sie hängt vom Meldertyp, vom Montageort, vom Erfassungsbereich und von der eingestellten Empfindlichkeit ab und wird deshalb vor Ort ermittelt.

BewegungMelderausgangNachlaufzeitletzte Bewegung10Licht anLicht aus
Jede neue Bewegung startet die Zeit neu. Bleibt jemand länger als die Nachlaufzeit regungslos, gilt der Raum für den Melder als leer.

Die Nachlaufzeit ermitteln

  1. 1Den Melder auf die Betriebsempfindlichkeit einstellen.
  2. 2Sich im Raum so verhalten wie die Bewohner: durchgehen, stehen bleiben, still sitzen.
  3. 3Im Gruppenmonitor der ETS beobachten, wann der Melder 0 sendet.
  4. 4Die Nachlaufzeit anpassen, bis das Licht bei normaler Nutzung nicht mehr ausgeht.

Wo der Taster sitzt

Im Beispiel liegt der Taster außerhalb des Erfassungsbereichs des Melders. Man drückt ihn dort, wo der Melder einen nicht sieht, daher ist die Pause nach dem Ausschalten (Blocking time for motion detection after switch-off delay) nicht nötig.

Liegt der Taster im Erfassungsbereich, bemerkt der Melder die Bewegung und schaltet das Licht nach der Freigabe wieder ein – dann muss die Pause gesetzt werden.

Was sich ergänzen lässt

Die Grundkombination deckt eine Zone ab. Darauf kommen gemeinsame Befehle – und jeder davon muss ebenfalls die Sperre der Melder steuern, sonst bleibt ein Melder gesperrt.

Ein Taster für mehrere Zonen

Im Masterbad ist das WC durch eine Wand vom Waschtischbereich getrennt. Deshalb gibt es dort zwei Melder, und jeder steuert sein eigenes Band nach demselben Schema mit drei Adressen.

Der gemeinsame Taster am Eingang sendet auf 1/0/39 „L30–33 On/Off Pir3-4“. Diese Adresse ist mit allen LED-Kanälen und mit den Sperrobjekten beider Melder verknüpft. Ein – beide Zonen leuchten, beide Melder pausieren. Aus – alles geht aus, und die Melder sind wieder im Automatikbetrieb.

WaschtischbereichDer Melder sieht nur diese ZoneSchaltet sein eigenes LED-KanalpaarWC-BereichDer Melder sieht nur diese ZoneSchaltet sein eigenes LED-KanalpaarWandGemeinsamer Taster am Eingangbeide Zonen + Sperre beider Melder
Masterbad: zwei Zonen, jede mit eigenem Melder und eigener Beleuchtung, dazu ein Taster für beide.

„Alles aus“

Der Taster „Alles aus“ am Ausgang sendet 0 auf 1/0/0 „All Off“. Diese Adresse ist nicht nur mit allen Leuchten verknüpft, sondern auch mit den Sperrobjekten aller Melder. Wer die Wohnung verlässt, setzt so alle Melder in die Automatik zurück, auch wo das Licht von Hand eingeschaltet war.

Ordnung in den Adressen

Die Adressen „Licht + Sperre“ liegen gesammelt in einer eigenen Mittelgruppe 1/5 „PIR“. Wer die Anlage später betreut, sieht auf einen Blick, welche Taster welche Melder sperren.

Typische Fehler

Fast jede Beschwerde der Art „der Melder macht, was er will“ geht auf eine dieser Einstellungen zurück.

FehlerWas der Bewohner merktAbhilfe
Taster und Melder schalten das Licht ohne SperreVon Hand eingeschaltet – nach der Nachlaufzeit geht das Licht von selbst ausDer Tastenbefehl geht sowohl auf das Licht als auch auf den Sperreingang des Melders
Das Tasterobjekt hat keine StatusadresseDer Melder hat das Licht eingeschaltet – zum Ausschalten braucht es zwei BetätigungenStatus als zweite Adresse des Objekts ergänzen
Die Statusadresse steht an erster StelleDer Taster steuert das Licht nichtZuerst die Befehlsadresse, der Status an zweiter Stelle
on block: Send value mit Output value when blocked = 0„Ein“ gedrückt – das Licht blitzt auf und geht auson block: do not transmit anything
Sperrpolarität vertauscht (0: block)Von Hand eingeschaltet – der Melder schaltet trotzdem aus; ausgeschaltet – der Melder arbeitet nicht mehrAnalysis of the blocking object: 1 — block, 0 — release
„Alles aus“ hebt die Sperre nicht aufNach dem Verlassen der Wohnung bleibt der Melder in einem Raum außer Betrieb„All Off“ mit dem Sperreingang aller Melder verknüpfen
Value prior to initial communication = 1Nach einem Stromausfall tun die Melder nichts, bis jemand einen Taster drücktAuf 0 lassen
Taster im Erfassungsbereich und on release: send current value immediatelyLicht ausgeschaltet – es geht sofort wieder anTaster außerhalb des Erfassungsbereichs setzen und on release: as for transmission behaviour beibehalten

Checkliste für die Inbetriebnahme

  • Melder: Mode = Master, Use Master 1 = Yes
  • „L30 On/Off“ mit dem Melderausgang und dem Dimmerkanal verknüpft
  • „L30 On/Off Pir3“ mit der Taste, dem Sperreingang des Melders und dem Dimmerkanal verknüpft
  • „L30 On/Off St“ mit dem Dimmerstatus und als zweite Adresse mit der Taste verknüpft
  • Das Statusobjekt des Dimmers sendet (Flag Ü bzw. T)
  • Use block = Yes, 1 — block, 0 — release
  • on block: do not transmit anything; on release: as for transmission behaviour
  • Value prior to initial communication = 0
  • Nachlaufzeit im Raum durch Tests ermittelt
  • Alle Szenarien aus „Was auf dem Bus passiert“ im Gruppenmonitor geprüft
  • Gemeinsame Taster und „Alles aus“, falls vorhanden, sind mit den Sperreingängen der Melder verknüpft
  • Spannung aus- und wieder eingeschaltet: Die Melder sind im Automatikbetrieb

Wann dieses Schema nicht reicht

Das Schema ist für Räume gedacht, die man nur kurz betritt: Ankleide, Bad, Akzentbeleuchtung. Anderswo braucht es Ergänzungen.

  • Taster im Erfassungsbereich des Melders – Pause nach dem Ausschalten setzen oder den Taster versetzen.
  • Licht nur bei Dunkelheit – Motion detection: Brightness-dependent und eine Helligkeitsschwelle.
  • Zwei Melder für eine Zone – Hauptmelder im Modus Master, Nebenstelle im Modus Slave, beim Hauptmelder Use slave signal = Yes.
  • Unterschiedliches Verhalten bei Tag und Nacht (Nachtlicht, zeitabhängige Szenen) – das ist eine Aufgabe für ein Logikmodul, nicht für die Melderparameter.
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