Stehen Bewegungsmelder und Taster im selben Raum und sind nicht aufeinander abgestimmt, kommen sie sich in die Quere. Der Melder schaltet ein Licht aus, das jemand von Hand eingeschaltet hat. Der Taster braucht zwei Betätigungen, weil er nicht weiß, dass der Melder das Licht schon eingeschaltet hat.
Die Lösung: Ein Tastenbefehl steuert zwei Dinge gleichzeitig – das Licht und die Sperre des Melders.
- Am Taster eingeschaltet – das Licht bleibt an, der Melder pausiert und schaltet es nicht aus.
- Am Taster ausgeschaltet – das Licht geht aus, der Melder arbeitet wieder selbstständig.
- Der Taster kennt den Status der Leuchte – er weiß immer, ob das Licht brennt, und schaltet es mit dem ersten Druck aus.
Im Folgenden: wie das funktioniert und wie es in der ETS eingerichtet wird, am Beispiel des Melders Elsner Intra-Sewi KNX TH-L-Pr und des Tasters Basalte Sentido KNX. Zuerst die Grundkombination: ein Melder, ein Taster, ein LED-Band. Danach, was sich ergänzen lässt.
So erlebt es der Bewohner
Ein Bewegungsmelder reagiert auf bewegte Wärme, nicht auf den Menschen an sich. Wer still steht oder sitzt, ist für den Melder ein leerer Raum. Deshalb hat der Melder eine Nachlaufzeit und der Bewohner einen Handbetrieb am Taster.
- 1Raum betreten – das Licht geht von selbst an.
- 2Hinausgehen – das Licht geht aus, sobald der Melder für die Dauer der Nachlaufzeit keine Bewegung sieht.
- 3Das Licht soll anbleiben – am Taster einschalten. Es bleibt an, bis Sie es ausschalten.
- 4Am Taster ausgeschaltet – das Licht geht aus, der Melder überwacht den Raum wieder.
- 5Der Melder hat das Licht eingeschaltet und Sie drücken den Taster – das Licht geht mit dem ersten Druck aus. Ein zweiter Druck schaltet es im Handbetrieb ein.
Drei Gruppenadressen
Damit Taster und Bewegungsmelder als Paar arbeiten, genügen drei Gruppenadressen. Im Beispiel: LED-Band L30 an einem Dimmer, Melder PIR3 und der Taster am Eingang.
- 11/0/32 „L30 On/Off“ – schaltet die Lichtgruppe, hier das LED-Band. Verknüpft mit dem Dimmerkanal, an dem das Band hängt, und mit dem Ausgang des Bewegungsmelders.
- 21/5/4 „L30 On/Off Pir3“ – schaltet das Band vom Taster aus. Verknüpft mit der Taste, die das Licht steuert, mit dem Sperrobjekt des Melders und mit demselben Dimmerkanal.
- 31/1/32 „L30 On/Off St“ – Status des Dimmerkanals. Damit weiß der Taster, in welchem Zustand das Band ist und was er beim nächsten Druck senden soll. Verknüpft mit dem Statusobjekt des Dimmers und als zweite Adresse mit der Taste.
Den Elsner-Melder Intra-Sewi in der ETS einrichten
Der Melder arbeitet im Modus Master: Er entscheidet selbst, ob Bewegung vorliegt, und sendet 1 oder 0 an das Licht. Der Befehl des Tasters kommt auf einem separaten Sperreingang an. Die Parameternamen entsprechen der ETS.
Seite Motion detector

| Parameter | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Mode | Master | Der Melder steuert das Licht selbst. Im Modus Slave meldet er Bewegung nur an einen anderen Melder weiter |
| Use Master 1 | Yes | Ein Ausgang für eine Lichtzone. Master 2–4 sind für Melder, die mehrere Zonen steuern |
| Use test object | No | Im Betrieb nicht genutzt |
Seite Master 1

| Parameter | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Motion detection | always | Der Melder reagiert Tag und Nacht. Brightness-dependent reagiert nur unterhalb einer Helligkeitsschwelle |
| Output type | 1 bit | Einfaches Ein und Aus |
| Output value in motion / without motion | 1 / 0 | Bewegung – Licht an, keine Bewegung – Licht aus |
| Output value when blocked | 0 | Nur wirksam, wenn bei Sperre Send value gewählt ist. Hier nicht genutzt |
| Delays can be set via objects | No | Verzögerungen sind in der ETS festgelegt und nicht über den Bus änderbar |
| start-up delay | 0 sec | Das Licht geht bei Bewegung sofort an |
| Switch-off delay | 10 sec | Wird vor Ort durch Tests ermittelt, siehe Abschnitt zur Nachlaufzeit |
| Blocking time for motion detection after switch-off delay | 0 | Pause, in der der Melder nach dem Ausschalten nicht reagiert. Hier unnötig: Der Taster liegt außerhalb des Erfassungsbereichs |
| Transmission behaviour | on change | Ein Telegramm geht nur bei Zustandswechsel raus, ohne unnötigen Busverkehr |
| Use slave signal | No | Keine Nebenstellen in dieser Zone |
| Use block | Yes | Aktiviert den Sperreingang, auf dem der Befehl des Tasters ankommt |
| Analysis of the blocking object | 1: block, 0: release | Passt zum Taster: eingeschaltet – gesperrt, ausgeschaltet – freigegeben |
| Value prior to initial communication | 0 | Nach einem Stromausfall startet der Melder entsperrt, im Automatikbetrieb |
| on block | do not transmit anything | Das Licht bleibt so, wie der Taster es geschaltet hat |
| on release | as for transmission behaviour | Bei der Freigabe sendet der Melder nichts, erst beim nächsten Zustandswechsel |
Objekte des Melders

| Objekt | Verknüpft mit |
|---|---|
| 36 Master 1: Output | 1/0/32 „L30 On/Off“ – Licht vom Melder |
| 41 Master 1: Block (1 = Blocking) | 1/5/4 „L30 On/Off Pir3“ – der Befehl vom Taster. Die übrigen Adressen im Screenshot sind „Alles aus“ und gemeinsame Taster, dazu unten mehr |
| 42 Master 1: Central Off | Nicht genutzt |
Den Basalte-Taster Sentido in der ETS einrichten
Die Taste ist als Dimmer konfiguriert: Ein kurzer Druck schaltet das Licht, ein langer ändert die Helligkeit. Entscheidend ist, dass das Schaltobjekt mit zwei Adressen verknüpft ist.
Seite General

| Parameter | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Configuration | 4-fold | Vier unabhängige Tasten |
| Thermostat logic, Scene controller, Timing logic | disable | Für dieses Schema nicht nötig |
Seite der Taste (Sensor 2)

| Parameter | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Function | dim | Kurzer Druck schaltet ein und aus, langer Druck dimmt |
| Time between short and long (x0.1s) | 20 | Ein Druck über 2 Sekunden gilt als lang |
| Action on short press | toggle | Jeder Druck wechselt den Zustand |
| Dim direction on long press | toggle | Lange Betätigungen dimmen abwechselnd heller und dunkler |
Objekte der Taste

| Objekt | Adresse | Rolle der Adresse |
|---|---|---|
| 19 sensor 2 – switch | 1/5/4 „L30 On/Off Pir3“ | Sendet: Licht + Sperre des Melders |
| 1/1/32 „L30 On/Off St“ | Hört mit: tatsächlicher Zustand des Bands | |
| 20 sensor 2 – dim | 1/2/32 | Dimmen |
In der ETS sendet ein Objekt nur auf die erste Adresse seiner Liste, auf alle weiteren hört es nur. Deshalb steht der Status an zweiter Stelle. Schaltet der Melder das Licht ein, sendet der Dimmer Status 1, der Taster übernimmt ihn, und der nächste Druck sendet 0. Dafür braucht das Objekt des Tasters das Flag S (Schreiben, in der englischen ETS W) und das Statusobjekt des Dimmers das Flag Ü (Übertragen, T).
Was auf dem Bus passiert
Jede Handlung des Bewohners ist ein Telegramm auf eine Adresse. Die Tabelle eignet sich als Prüfplan vor Ort mit dem Gruppenmonitor der ETS.
| Situation | Telegramm auf dem Bus | Ergebnis |
|---|---|---|
| Jemand betritt den Raum | Melder: 1 auf „L30 On/Off“ | Licht an |
| Jemand verlässt den Raum | Melder: 0 auf „L30 On/Off“ nach der Nachlaufzeit | Licht aus |
| Licht aus, Taster gedrückt | Taster: 1 auf „L30 On/Off Pir3“ | Licht an, Melder gesperrt und stumm |
| Licht per Taster an, erneut gedrückt | Taster: 0 auf „L30 On/Off Pir3“ | Licht aus, Sperre aufgehoben, der Melder übernimmt wieder |
| Melder hat das Licht eingeschaltet, Taster gedrückt | Der Taster hat bereits Status 1 aus „L30 On/Off St“ und sendet 0 | Licht aus mit dem ersten Druck |
| Stromausfall und Wiederkehr | — | Der Melder startet entsperrt: Value prior to initial communication = 0 |
Nachlaufzeit und Position des Tasters
Eine universelle Nachlaufzeit gibt es nicht. Sie hängt vom Meldertyp, vom Montageort, vom Erfassungsbereich und von der eingestellten Empfindlichkeit ab und wird deshalb vor Ort ermittelt.
Die Nachlaufzeit ermitteln
- 1Den Melder auf die Betriebsempfindlichkeit einstellen.
- 2Sich im Raum so verhalten wie die Bewohner: durchgehen, stehen bleiben, still sitzen.
- 3Im Gruppenmonitor der ETS beobachten, wann der Melder 0 sendet.
- 4Die Nachlaufzeit anpassen, bis das Licht bei normaler Nutzung nicht mehr ausgeht.
Wo der Taster sitzt
Im Beispiel liegt der Taster außerhalb des Erfassungsbereichs des Melders. Man drückt ihn dort, wo der Melder einen nicht sieht, daher ist die Pause nach dem Ausschalten (Blocking time for motion detection after switch-off delay) nicht nötig.
Liegt der Taster im Erfassungsbereich, bemerkt der Melder die Bewegung und schaltet das Licht nach der Freigabe wieder ein – dann muss die Pause gesetzt werden.
Was sich ergänzen lässt
Die Grundkombination deckt eine Zone ab. Darauf kommen gemeinsame Befehle – und jeder davon muss ebenfalls die Sperre der Melder steuern, sonst bleibt ein Melder gesperrt.
Ein Taster für mehrere Zonen
Im Masterbad ist das WC durch eine Wand vom Waschtischbereich getrennt. Deshalb gibt es dort zwei Melder, und jeder steuert sein eigenes Band nach demselben Schema mit drei Adressen.
Der gemeinsame Taster am Eingang sendet auf 1/0/39 „L30–33 On/Off Pir3-4“. Diese Adresse ist mit allen LED-Kanälen und mit den Sperrobjekten beider Melder verknüpft. Ein – beide Zonen leuchten, beide Melder pausieren. Aus – alles geht aus, und die Melder sind wieder im Automatikbetrieb.
„Alles aus“
Der Taster „Alles aus“ am Ausgang sendet 0 auf 1/0/0 „All Off“. Diese Adresse ist nicht nur mit allen Leuchten verknüpft, sondern auch mit den Sperrobjekten aller Melder. Wer die Wohnung verlässt, setzt so alle Melder in die Automatik zurück, auch wo das Licht von Hand eingeschaltet war.
Ordnung in den Adressen
Die Adressen „Licht + Sperre“ liegen gesammelt in einer eigenen Mittelgruppe 1/5 „PIR“. Wer die Anlage später betreut, sieht auf einen Blick, welche Taster welche Melder sperren.
Typische Fehler
Fast jede Beschwerde der Art „der Melder macht, was er will“ geht auf eine dieser Einstellungen zurück.
| Fehler | Was der Bewohner merkt | Abhilfe |
|---|---|---|
| Taster und Melder schalten das Licht ohne Sperre | Von Hand eingeschaltet – nach der Nachlaufzeit geht das Licht von selbst aus | Der Tastenbefehl geht sowohl auf das Licht als auch auf den Sperreingang des Melders |
| Das Tasterobjekt hat keine Statusadresse | Der Melder hat das Licht eingeschaltet – zum Ausschalten braucht es zwei Betätigungen | Status als zweite Adresse des Objekts ergänzen |
| Die Statusadresse steht an erster Stelle | Der Taster steuert das Licht nicht | Zuerst die Befehlsadresse, der Status an zweiter Stelle |
| on block: Send value mit Output value when blocked = 0 | „Ein“ gedrückt – das Licht blitzt auf und geht aus | on block: do not transmit anything |
| Sperrpolarität vertauscht (0: block) | Von Hand eingeschaltet – der Melder schaltet trotzdem aus; ausgeschaltet – der Melder arbeitet nicht mehr | Analysis of the blocking object: 1 — block, 0 — release |
| „Alles aus“ hebt die Sperre nicht auf | Nach dem Verlassen der Wohnung bleibt der Melder in einem Raum außer Betrieb | „All Off“ mit dem Sperreingang aller Melder verknüpfen |
| Value prior to initial communication = 1 | Nach einem Stromausfall tun die Melder nichts, bis jemand einen Taster drückt | Auf 0 lassen |
| Taster im Erfassungsbereich und on release: send current value immediately | Licht ausgeschaltet – es geht sofort wieder an | Taster außerhalb des Erfassungsbereichs setzen und on release: as for transmission behaviour beibehalten |
Checkliste für die Inbetriebnahme
- Melder: Mode = Master, Use Master 1 = Yes
- „L30 On/Off“ mit dem Melderausgang und dem Dimmerkanal verknüpft
- „L30 On/Off Pir3“ mit der Taste, dem Sperreingang des Melders und dem Dimmerkanal verknüpft
- „L30 On/Off St“ mit dem Dimmerstatus und als zweite Adresse mit der Taste verknüpft
- Das Statusobjekt des Dimmers sendet (Flag Ü bzw. T)
- Use block = Yes, 1 — block, 0 — release
- on block: do not transmit anything; on release: as for transmission behaviour
- Value prior to initial communication = 0
- Nachlaufzeit im Raum durch Tests ermittelt
- Alle Szenarien aus „Was auf dem Bus passiert“ im Gruppenmonitor geprüft
- Gemeinsame Taster und „Alles aus“, falls vorhanden, sind mit den Sperreingängen der Melder verknüpft
- Spannung aus- und wieder eingeschaltet: Die Melder sind im Automatikbetrieb
Wann dieses Schema nicht reicht
Das Schema ist für Räume gedacht, die man nur kurz betritt: Ankleide, Bad, Akzentbeleuchtung. Anderswo braucht es Ergänzungen.
- Taster im Erfassungsbereich des Melders – Pause nach dem Ausschalten setzen oder den Taster versetzen.
- Licht nur bei Dunkelheit – Motion detection: Brightness-dependent und eine Helligkeitsschwelle.
- Zwei Melder für eine Zone – Hauptmelder im Modus Master, Nebenstelle im Modus Slave, beim Hauptmelder Use slave signal = Yes.
- Unterschiedliches Verhalten bei Tag und Nacht (Nachtlicht, zeitabhängige Szenen) – das ist eine Aufgabe für ein Logikmodul, nicht für die Melderparameter.